skip to Main Content

Fall Fazialislähmung

Mitte April 2019 wurde uns Barney vorgestellt, ein 4-jähriger Australian Shepherd. Trotz seiner zahlreichen Beschwerden war er uns gegenüber liebenswürdig und ließ sich alle Untersuchungen gern gefallen. Er war von ruhigem Wesen und blieb in allen Situationen gelassen. Er besaß 2 verschiedenfarbige Augen. Bei interessiert schräggelegtem Kopf verliehen sie ihm ein pfiffiges Aussehen.

In jugendlichem Alter musste Barney schon wegen einer Ellenbogendysplasie operiert werden. Von Zeit zu Zeit traten weiterhin schmerzhafte Bewegungsstörungen auf. Vor einiger Zeit war eine Mittelohrentzündung aufgetreten. Er hatte ständig den Kopf geschüttelt und konnte ihn nicht mehr gerade halten. Auch zogen sich bei der Untersuchung seine „Pupillen nicht mehr richtig zusammen“ wurde berichtet. Die behandelnde Klinik fand außerdem eine Kalkeinlagerung im Innenohr.

Seine Besitzerin war wegen eines linksseitig  hängenden Ohres, Unterlides und der  Oberlippe in größter  Sorge. Es handelte sich hier um eine Lähmung des linken Facialis- Nervs.  Dieser verläuft nah am Mittelohr. Er konnte durch eine vorher stattgefundene Entzündung geschädigt worden sein. In der Folge speichelte Barney stark, weil er seinen Fang nicht mehr richtig schließen konnte. Die Binde- und Aderhaut des Auges mit dem hängenden Unterlid war entzündet.

Beim Abtasten des rechten Bauchraums zuckte Barneys stöhnend zusammen. Seine Leber wies eine enorme Schwellung auf. Die Knielymphknoten beiderseits waren in der Abtastung hart und leicht vergrößert. Dies ist ein Zeichen einer dauerhaften Störung im Immunsystem. Zwischen den Zehenballen waren seine Haare mit fettigen braunen Talgablagerungen überzogen. Die Haut war dort gerötet und juckte. Barney leckte sich dort gern und häufig. Am Rücken fanden sich beim Kämmen massenhaft feine weiße Schuppen. Die anschließende Urinuntersuchung ergab eine chronische Nierenentzündung.

Wir begannen die Behandlung mit Barneys persönlichem Arzneimittel. Es wurde nach einem längeren Gespräch aufgrund seiner Charaktereigenschaften ausgewählt. Sie wirkt energiefördernd, harmonisierend und ist außerdem für alle Hauterscheinungen und die geschwollene Leber zuständig. In der Stärke war es eine sogenannte Hochpotenz.  Barney bekam  Sulfur C1000. So eine Gabe von 5 Kügelchen wirkt mehrere Wochen! Für die Nieren wurde Arsenicum album  D12 verordnet.

Die Ursache für Barneys gesamte Probleme  war die ererbte Immunschwäche. Dafür gibt es  in der Homöopathie sogenannte Nosoden. Sie sind in der Arzneimittelwelt einzigartig und hochwirksam. Sie werden aus Ausscheidungen von chronisch kranken Patienten gewonnen. In ihnen sind alle Entzündungsprodukte des gesamten Krankheitsprozesses enthalten und homöopathisch aufbereitet. Der Patient bekommt somit  alle Informationen, wie er mit dem Problem fertigwerden kann. Homöopathie wirkt regulativ. Sie ist vergleichbar einem Reparatur-Programm für Computer. Das kann man nicht sehen, nicht anfassen, nicht wiegen und trotzdem arbeitet es. Barney bekam Luesinum C200.

Nach 1 Woche ließ das Sabbern bei Barney deutlich nach. Auch das linke Augenlid hing nicht mehr so weit herab. Nach 3 Wochen ging  die Leberschwellung zurück. Barney zuckte noch, wenn wir probeweise darauf drückten. Unter den Achseln und an den Füssen konnte man immer mehr braunes Hautfett feststellen, ähnlich wie Ohrschmalz. Gleichzeitig juckte sich Barney dort intensiv. Hier übernahm seine Haut eine vermehrte Ausscheidung von Giftstoffen. Nicht umsonst nennt man die Haut „die 2.Niere“.

Seit der 5. Woche  war bei Barney kein Humpeln mehr aufgetreten. Die Leberschwellung ließ sich zwar noch feststellen, aber er hatte keine Schmerzen mehr beim Abtasten. Das Beste kam zum Schluss. Wie schauten Barney ins Gesicht und sahen Ohr, Lippe und Augenlider wieder völlig normal. Die Heilung geschah also vom Inneren des Körpers nach außen an seine Oberfläche – genau so, wie es in der Homöopathie sein muss!

Tierarztpraxis Homöopathie, Dr. Klaus Danowski, Dortmund

Die komplette Heilung von Barneys Immunschwäche wird sicher noch einige Zeit dauern. Er entwickelt im Moment  im Innenschenkelbereich jede Menge Eiterpickel. Damit verlagert sich seine Krankheit von dem zuvor gelähmten Gesichtsnerv zunehmend auf die Haut. Hier ist sein Problem für den Gesamtorganismus am ungefährlichsten. Wenn wir Sie als Leser fragen würden, was Ihnen lieber wäre: eine Gesichtslähmung oder ein Hautauschlag. Was wäre da wohl Ihre Antwort? Barney hat sich für den Hautausschlag entschieden. Wir werden seine Heilung weiter vorantreiben.

Vor der Behandlung:                                                   Nach der Behandlung:

                           

Bildautor: Dr. K. M. Danowski

Back To Top