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Fallbericht: Main Coon Kater

Fallbericht: Main Coon Kater Maddy, 9 Jahre, kastriert

Maddy kam Anfang Januar 2021 aufgrund einer seit Frühjahr 2019 bestehenden Obstipation (Verstopfung) zu mir in die Praxis.

Zu Beginn sei die Verstopfung immer mal wieder aufgetreten. Mit Lactulose oral war diese jedoch immer wieder in den Griff zu bekommen gewesen. Leider wurden die Abstände aber immer kürzer und nach ½ Jahr musste Maddy in Narkose „leergeräumt“ werden, da nichts mehr ging. Er wurde daraufhin durchgehend mit Makrocol und Lactulose und 1x wöchentlich einem Mikroklist behandelt. Sowie auf Kokkzidien. Beim Röntgen lag kein Megacolon vor, aber laut den Kollegen Spondylosen der Wirbelsäule.

Die Besitzerin kommt zu mir, da sie sich Sorgen um Maddy macht. Er sei „so komisch“ und die Verdauung ist trotz der durchgehenden Behandlung nie in Ordnung. Teilweise trocken und hart, teilweise wie Lehm. Und er müsse sich immer sehr abmühen, viel Pressen und selbst mit Hilfe schlüpft der Kot teilweise wieder zurück und es muss mit Klistieren nachgeholfen werden.

Maddy hat während der Autofahrt gebrochen und hat sich unter den Kissen vergraben. Autofahren konnte er noch nie, da würde ihm immer schlecht.

Ich nehme den Deckel von der Kiste und Maddy kommt langsam heraus, springt langsam vom Tisch und bleibt mitten in der Praxis sitzen (s. Foto), ohne sich weiter umzugucken. Er sitzt einfach da und beachtet uns nicht. Selbst als das Telefon klingelt reagiert er nicht darauf.

Lediglich als ich aufstehe, bewegt er die Ohren in meine Richtung. Ansonsten bleibt er sitzen, bis ich ihn hochnehme.

Bei der Untersuchung lässt er alles über sich ergehen. Der Bauch ist weich und es können keine körperlichen Auffälligkeiten festgestellt werden, außer ein etwas ungepflegtes, leicht fettiges Fell.

Auffällig ist bei Maddy seine absolute Freudlosigkeit und sein Desinteresse. Auch zu Hause sei er so. Laut der Besitzerin war er noch nie der Aktivste, aber in den letzten Monaten sei er ihr vorgekommen wie depressiv. Er zieht sich zurück, bei Besuch flüchtet er sofort und guckt nur aus der Entfernung von oben, oder liegt in seiner Höhle.

Er ist verfressen und liebt besonders Trockenfutter. Er sei faul, würde nie spielen und meist lethargisch rumliegen. Dann wiederum ist er zwischendurch sehr ängstlich und würde sich mit ängstlich aufgerissenen Augen umschauen, ohne einen erkennbaren Grund.

Die Besitzerin ist in diesem Zeitraum auch 2 x umgezogen. Nach dem ersten Umzug im Juli 2020 sei die Verstopfung nochmal schlechter geworden. Beim zweiten Umzug hätte er nicht reagiert. Die Verstopfung hatte aber schon vorher angefangen.

Von der Apotheke hat die Besitzerin Alumina D 12 bekommen, welches sie seit 2 Wochen gibt, allerdings ohne eine Verbesserung feststellen zu könne.

Ich repertorisiere den Fall klassisch durch und entscheide mich für eine Hochpotenz Opium, sowie eine gleichzeitige Behandlung mit Heilpilzen. Die Besitzerin soll nach 2 Wochen eine telefonische Rückmeldung geben und nur im äußersten Notfall ein Mikroklist geben, wenn 1 Woche kein Kotabsatz von alleine stattgefunden hat.

Nach 2 Wochen ruft die Besitzerin begeistert an. Die ersten 10 Tage nach der Mittelgabe hätte Maddy eine super Verdauung gehabt, jetzt würde es wieder etwas schlechter werden. Auch vom Gemüt her sei er deutlich offener und würde sich weniger zurückziehen.

Da Maddy auch vom Gemüt her reagiert, was in diesem Fall für mich deutlich wichtiger war als die Verdauuung, warten wir ab.

Am 15.02. wieder ein Anruf, die Besitzerin hätte am Wochenende erstmals wieder ein Klistier geben müssen und Maddy sei auch wieder introvertierter. Ich lasse die Dosis 1 x wiederholen.

Anfang März haben wir einen Folgetermin. Maddy kommt selbständig aus seinem Korb, springt vom Tisch und marschiert neugierig durch die Praxis und schnuppert alles ab. Ich bin begeistert. Vor mir sitzt ein neugieriger, offener Kater, der sich meine Praxis anschaut und mit mir kommuniziert. Auch die Autofahrt sei erstaunlich gut gegangen wie nie. Kein Erbrechen und Geschrei.

Die Verdauung ist kein Thema mehr. Aber er hätte so eine Blase an der Unterlippe und außerdem würde er die Besitzerin immer nachts um 3.00 Uhr wecken, weil er dann was fressen möchte. Da sei er richtig nervig und stur. Er sei sowieso total stur und nervig, da er alles mögliche fordert und dann nervt, wenn er nicht beachtet wird.

Die Besitzerin und ich grinsen uns an und ich sage: „ Sie wollten, dass ich ihn behandle. Ich habe Ihnen gleich gesagt, dass er auf jeden Fall seine Depression loswerden muss und nicht nur sein Verdauungsproblem. Das haben wir geschafft.“

Auch bei diesem Fall lässt sich wunderschön wieder die ganzheitliche Wirkung der Homöopathie sehen. Wir haben eine Heilung der körperlichen Probleme und eine Heilung des Gemütes, der Depression. Das von der Apotheke verordnete Alumina hatte keinen Effekt. Auch wenn es ein bekanntes Mittel für Verstopfung ist, hat es nicht gewirkt, da es nicht gepasst hat. Das ist der Unterschied zwischen klinischer und klassischer Homöopathie. Eine Heilung ist nur mit dem richtigen Mittel möglich.

„Similia similibus curentur“

 

Dr. med. vet. Nina Breunig
Hauptstraße 99
63937 Weilbach
Tel: 09373/902478
www.ta-breunig.de
www.naturheilpraxis-breunig.de

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