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Kürbis

Am Montag Anruf in meiner Praxis. Die verzweifelten Besitzer von Kürbis möchten einen Termin, da Kürbis sich seit Samstag wie verrückt an der Ellenbogenbeuge vorne links leckt. Sie seien am Wochende schon beim Notdienst gewesen, da er, sobald man ihm das zum Schutz angezogene T-Shirt auszieht anfängt ständig vorne links zu lecken. Aber die Besitzer konnten bisher nichts finden oder sehen und auch im Notdienst nicht. Hier wurde jedoch der Verdacht der Sarkoptes Milbe geäußert und mit einem Antiparasitikum behandelt und Tabletten mitgegeben.

Foto 1

Die Tabletten vom Notdienst hätten bisher auch nichts gebracht und die Milbenbehandlung auch nicht.

Als Kürbis zu mir in die Praxis kommt untersuche ich ihn.
Auch ich sehe nichts an der Haut.

Auffallend ist allerdings, dass er total hysterisch reagiert, sobald ich auch nur an satzweise sein Vorderbein in die Hand nehmen möchte. Eine Untersuchung ist nur mit Maulkorb und viel Gezappel möglich. Ich find nichts. Mögliche Diagnosen sind ein kleiner Fremdkörper oder auch ein Verletzung des Ellenbogens. Das Antibiotikum vom Notdienst setze ich erst mal ab…

 

Kürbis wird mit einer Hochpotenz Arnica entlassen, mit der Bitte um Rückmeldung am nächsten Tag. Ich erwarte eine schnelle Besserung. Am nächsten Tag: „Es hat sich nichts getan! Sobald wir das T-Shirt ausziehen fängt er an wie verrückt zu lecken“ und ist total unruhig. Auch nachts sei er total unruhig und die Besitzer haben kaum geschlafen. Ständig müssen sie Kürbis im Auge behalten. Ich überlege und repertorisiere neu. Jetzt bekommt er eine Hochpotenz Ignatia. Das sollte jetzt aber schnell bessern. Er ist hysterisch, das verrückte Lecken besonders an der linken Vorderextremität und die fehlende Hautveränderung veranlassen mich zu der Wahl. Ich bin guter Dinge und erwarte wiederum eine schnelle Besserung. Am nächsten Tag rufen die Besitzer erst am späten Nachmittag an: „ Es hat sich wieder nichts getan!“ Aus lauter Verzweiflung sind sie zum Kollegen in die Tierklinik gefahren. Auch der Kollege konnte außer inzwischen leichten Rötung an der Ellenbogenbeuge infolge des sofortigen heftigen Leckens nichts entdecken. Er gibt Apoquel mit. Wir einigen uns darauf, dass die Besitzer Kürbis einmal eine Dosis Apoquel geben, damit einmal ein Tag Ruhe ist….für die Besitzer und mich….

Ich überlege und verstehe nicht, warum die Mittel nicht gewirkt haben.

Foto 2

Am nächsten Tag der verzweifelte Anruf. „Nichts! Es hat sich nichts geändert! Inzwischen leckt er nicht nur, sondern beißt regelrecht in seine Ellenbogenbeuge, sobald er daran kommt. Er lässt sich dann durch nichts davon abbringen“ Inzwischen ist die Haut dort rot und leicht krustig (s. Foto 1). Die Besitzer erzählen noch, dass die einzige kurzzeitige Besserung war, nachdem er länger im Main gebadet hatte. Ich repertorisiere neu und Kürbis bekommt jetzt eine Dosis Sulfur.

Ich sende ein kleines Stoßgebet, dass ich ihm jetzt endlich das richtige Mittel gebe…

Am nächsten Tag der erlösende Anruf: „Endlich! Es wirkt! Kürbis liegt seit der Gabe Sulfur ohne T-Shirt ruhig in seinem Körbchen und hat gut geschlafen!“ (s. Foto 2)

Dieser eigentlich unspektakuläre Fall zeigt sehr deutlich, dass eben NICHT der Placebo Effekt oder die intensive Zuwendung zum Patienten heilt, wie immer so gerne von den Kritikern behauptet!

Nein, heilen kann nur das richtige Mittel!

 

Dr. med. vet. Nina Breunig

Hauptstraße 99

63937 Weilbach

Tel: 09373/902478

www.ta-breunig.de

www.naturheilpraxis-breunig.de

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