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Wellensittich Muckis Leidensgeschichte

Mucki ist heute ein munterer, sehr zutraulicher und sprachbegabter hellblauer Wellensittich. Er ist 10 Jahre alt und lebt mit einem 2. Artgenossen in Gemeinschaft. Man sieht ihm seine wechselvolle Leidensgeschichte nicht mehr an. Das ist genau der Kern des Problems.
Unsere gefiederten Freunde haben in der kurzen Zeit ihres Daseins unter menschlichem Einfluss ihr Wildtierverhalten nicht abgelegt. Das bedeutet: jede Krankheitserscheinung wird so lange verborgen, bis alle Kräfte aufgebraucht sind. Somit ist jeder sichtbar kranke Vogel bereits schwerkrank. Aufgrund ihrer hohen Körpertemperatur verbrauchen Vögel viel Energie. Sie magern sehr schnell ab. Jede Behandlung ist daher immer dringend und eilig. Mucki kam 2012 erstmals in die Praxis. Sein Schnabel war brüchig. Er wuchs schnell und war immer zu lang genau wie seine Zehennägel. Die Besitzerin berichtete von einer langwierigen Schnabelräude-Behandlung. Danach entstand eine Warze am linken Unterlid.

Das war der Einstieg in die Therapie. Muckis Schnabel und Krallen wurden alle 6 Wochen geschnitten. Dazu bekam er jedes Mal eine hochpotenzierte Arznei, die aus einem Nadelbaum herstammte (Thuja). Über ein Jahr verschwand die Warze bis auf einen kaum sichtbaren Rest. Schnabel und Krallen wuchsen langsamer, so dass der Vogel nun in größeren Abständen erschien.
Dann bekam Mucki plötzlich grünen schleimigen Durchfall. Er war sehr schwach. Er ließ seine Flügel hängen und wollte nicht mehr sprechen und fressen. Seine Atmung war schwerfällig und deutlich hörbar. Daraufhin wurde eine metallische Arznei (Arsen) verordnet. Nach 1 Woche war der Durchfall immer noch vorhanden. Mucki hatte weiter abgebaut. Er saß nur noch am Boden. Seiner Besitzerin war aufgefallen, dass er seit kurzem wie eine Ente breitbeinig watschelnd lief. Beim Abtasten des Bauchraumes konnte eine große, feste Masse festgestellt werden. Die sonst weichen Därme waren miteinander verklebt und verhärtet. Der Verdacht auf einen Bauchtumor drängte sich auf.
Wir überlegten, das Tier einzuschläfern. Ich ließ mich dann aber noch zu einem Behandlungsversuch überreden. Mucki bekam eine sogenannte Krebs-Nosode (Carcinosinum). Diese nur in der Homöopathie bekannte Arzneiform kann das Immunsystem soweit stärken, dass auch Tumoren nicht mehr weiter wachsen oder sogar abgebaut werden. Nach 2 Wochen, zusammen mit weiteren Gaben des Arsens, wurde der Bauch weicher und der Durchfall hörte auf. Die Behandlung wurde über 3 Monate
fortgeführt. Danach war Mucki wieder munter wie früher.

Zwei Jahre gab es nun 1x pro Monat diese Nosode. Die im Bauch tastbare Masse wurde langsam immer kleiner. Dann wurde Mucki mit einer blutenden Wunde am Schwanz vorgestellt. Mir wurde berichtet, dass Mucki sich mit seinem Mitbewohner heftig gestritten hätte. Es war zu einem regelrechten Kampf gekommen. Da war noch nie passiert! Mucki war immer lieb und brav gewesen.
Der Homöopath freute sich sehr über diesen Vorfall. Sie fragen sich verwundert, warum dies? Nun, bei vielen schweren Krankheiten verändert sich auch die Psyche. Kennzeichnend für eine Krebsbelastung mit Neigung zu Tumorwachstum ist oft eine übermäßige Duldsamkeit. Die Patienten sind immer sehr lieb und folgsam. Das kann sich bis zur völligen Wehrlosigkeit hin entwickeln, wie in diesem Fall. Die Besitzerin berichtete mir auf Nachfrage, dass Mucki regelmäßig gemobbt wurde. Nun wehrt er sich erstmals!

Das bedeutet: Hier läuft eine Heilung auf allen Ebenen. Der Patient wird psychisch gestärkt. Die Krebsbelastung wird abgebaut. Eine aktive Vorbeugung gegen die Rückkehr der Erkrankung ist somit möglich.
In den folgenden 3 Jahren bekam Mucki noch mehrmals Schwierigkeiten an der Haut. Auch hier kann man erkennen, dass die Heilung nach der wichtigen homöopathischen Regel, der sog. Heringschen Regel, abläuft: Die Beschwerden verlagern sich vom Körperinneren nach aussen auf die Haut. Sie werden für den Organismus dadurch viel ungefährlicher.
Zweimal bildete sich eine Federbalgzyste (eine Feder kann die Haut nicht durchstoßen, sie bleibt unter der Haut stecken). Auch die Mauser kam oft ins Stocken. Dafür gab es jeweils eine Behandlung mit seiner Persönlichen Arznei (Sulfur), seinem sog. „Konstitutionsmittel“. Diese für jeden Patienten speziell ausgewählten Arzneien sind in der Lage, individuelle Schwachpunkte auszugleichen. Mucki kommt ab und zu zum Schnabelschneiden. Es geht ihm gut.

Dr. Klaus Danowski

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